„Doppelte Wurzeln halten besser.“



„Mitentscheiden, wählen gehen und etwas verändern.“



„Offen bleiben, Horizont erweitern, toleranter werden.“

Chung Noh

Steglitz - Zehlendorf

„Nicht ablehnen. Annehmen.“

Chung Noh lebt seit 46 Jahren in Deutschland. 1966 kam sie aus Südkorea und ihre Begeisterung hält bis heute an. Obwohl sie sich in den ersten Jahren nach ihrer Heimat sehnte, blieb sie, arbeitete, studierte und heiratete einen Deutschen. Die beiden sind seit 41 Jahren zusammen, haben zwei Kinder großgezogen und genießen ihr Leben. „Ich habe alles erreicht“, sagt Chung Noh und ihre Augen strahlen.

Im deutschen Wohnzimmer sieht es koreanisch aus. „Alles original“, sagt ihr Mann stolz. Ob er Koreanisch kann? „Ja, ein bisschen ... Man muss Koreanerinnen zum Lachen bringen können.“

Chung Noh lacht. Und erzählt, dass sie keine Unterschiede zwischen Deutschen und Koreanern mache, wichtig sei doch, was für ein Mensch man sei. „Kultur ist so und so. Ich bin eine Weltbürgerin geworden und habe meine Identität nicht verloren, sondern bereichert. Und ich bin froh und dankbar, in Deutschland leben zu können.“

„Ich habe hier so viele hilfsbereite und freundliche Menschen getroffen“, sagt sie. „Ich habe so viel gelernt und alle Chancen genutzt.“ Chung Noh engagiert sich seit 20 Jahren ehrenamtlich für Frauenrechte. Sie arbeitet zusammen mit Koreanerinnen, Japanerinnen und Deutschen. „Mit dem deutschen Pass fühle ich mich sicher, ich kann aktiv sein und etwas bewegen.“

Chung Noh hat einen Tipp für junge Leute: „Augen auf, Möglichkeiten nutzen und schon stehen einem alle Türen offen. Keine Zeit verschwenden, die Sprache lernen und sich den deutschen Pass holen.“