„Ich bin beides: Türkin und Deutsche.“

Yasemin, 26

Schöneberg

„Wenn man das Ziel nicht kennt,
ist kein Weg der richtige.“

Yasemin kennt ihr Ziel. Sie ist eine intelligente und aufgeschlossene junge Frau, studiert Turkologie und macht gerade ihren Master. Sie überlegt zu promovieren. Als sie für ein Auslandssemester zehn Monate in der Türkei war, hat sie gemerkt: „Ich habe auch eine deutsche Seite. Warum? Das mit der Pünktlichkeit und der Ordnung, das stimmt manchmal schon.“

Sich um den deutschen Pass zu kümmern, war für Yasemin eine rationale Entscheidung. „Jeder soll es sich selbst überlegen, aber im Grunde hat man wirklich nur Vorteile, vor allem im Ausland und bei juristischen Konflikten. Ich sehe das nicht so emotional, es ist ein Pass.“

Den Antrag auf deutsche Staatsbürgerschaft hat Yasemin bereits gestellt. Sie hat sich aus der Türkei ausbürgern lassen und wartet jetzt auf das weitere Vorgehen. Es hat alles auf Anhieb geklappt. sagt Yasemin. Kompliziert sei es überhaupt nicht. Das Einzige, das sie etwas genervt habe, sei gewesen, zu den Behörden fahren zu müssen. Das sei aber wohl normal. Yasemin freut sich darüber, in Zukunft nicht mehr zur Ausländerbehörde zu müssen und in Deutschland wählen zu können. Sie ist in Deutschland geboren und aufgewachsen, ist hier zur Schule ge- gangen und kann jetzt mitentscheiden – das ist ihr wichtig.

Yasemin ist zweisprachig aufgewachsen; sie liebt die türkische Sprache. Auf ihrem Nachttisch liegen viele Bücher, die sie sich in Istanbul gekauft hat. Sie liest viel: Türkisch und Deutsch. „Aber Türkisch bleibt für mich die Sprache der Liebe“, sagt Yasemin.